Nichts.Konsens / Sardinen kennen keine Sehnsucht

Die Bücher sind Anthologien, das heißt, dass Geschichten von mehreren AutorInnen in einem Werk vereint sind. Von Zeit zu Zeit lese ich sehr gerne Anthologien. Und diese beiden gefallen mir besonders gut. Zum einen, weil in beiden Büchern Geschichten von Eva Flehschurz zu finden sind, einer Donaustädter Autorin, deren Texte mich berühren, begeistern, laut auflachen oder mir das Lachen im Hals gefrieren lassen. Zum anderen, weil ich es spannend finde, wie solche Anthologien zustande kommen.

Die beiden Anthologien liegen nun schon seit mehreren Monaten abwechselnd auf meinem Wohnzimmertisch und auf meinem Nachtkästchen – je nachdem, wo ich gerade bin, wenn mich die Sehnsucht nach einem kurzen Text, einer kurzen Geschichte, einem Gedicht packt. Und immer wieder entdecke ich Neues beim Lesen, stoße ich auf kleine Juwelen.

Nichts.Konsens“ ist 2017/2018 entstanden, quasi als Nebenprodukt der gemeinsamen Ausbildung „Lehrgang Wiener Schreibpädagogik„. In ihrem „Vorwort für 11“ schreibt Brigitte Anna Oettl u.a. „11 Menschen könnten unterschiedlicher nicht sein in ihrem Charakter, beruflichen Hintergrund, Alter und Familienstand … Und dennoch. 11 Menschen suchen Konsens …“ Elf Menschen ließen es „sich trotz schwindelerregender gruppendynamischer Achterbahnfahrt nicht nehmen, eine gemeinsame Veröffentlichung zu stemmen und damit ihre Kollaboration und ihre Kompetenz sichtbar zu machen.“

Beim Schmökern in „Nichts.Konsens“ fällt mir immer wieder auf, mit welcher Lust und auch mit welchem Können hier mit Sprache, mit dem Schreiben experimentiert wird: Mit Worten wie „Zeit“ in “ Lebenszeit“ von Teresa Luise Christall; mit Mini-Essays wie in „Stationen meines Lebens“ von Eva Flehschurz. Oder mit dem Buchstaben M wie in „… ein Mädchen namens Margarete“ von Monika Stolz.

Erschienen ist das Büchlein in der Edition fabrik.transit: https://www.fabriktransit.net/buecher/130-nichts-konsens.html

Die einzelnen Texte in „Sardinen kennen keine Sehnsucht“ haben nur eines gemein: sich der Sehnsucht zu widmen (na gut, und teilweise den Sardinen). Das tun sie auf so unterschiedliche Weise, dass ich nicht lange auf einmal lesen kann in dem Buch, weil die Geschichten zu sehr nachhallen. Gedichte, Dialoge, Erzählungen – während ich mir heute denke, „Der Wechsel“ von Verena Resch berührt mich am meisten, komme ich morgen drauf, dass es eher doch „Nur eine Minute“ von Eva Flehschurz ist. Und übermorgen wieder eine andere Geschichte …

Wer wissen will, wie es zu der Anthologie „Sardinen kennen keine Sehnsucht“ gekommen ist, wird im Buch nachlesen müssen. Hinweise finden sich u.a. im Vorwort und auf den letzten Seiten in „Sehnsucht im Paradies“ von Torsten Peer-Englich. Eine Spurensuche, die sich auf jeden Fall lohnt!

Herausgegeben wurde die 268 Seiten dicke Anthologie von Brigitte Anna Oettl, zum Teil stammen die Texte von denselben Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie in „Nichts.Konsens“. Auch die Anthologie „Sardinen kennen keine Sehnsucht“ ist in der Edition fabrik.transit publiziert worden, https://www.fabriktransit.net/buecher/152-sardinen.html.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s